BŘrgerinitiative L125-VORAUS e.V.
Stand: 7. Februar 2010

Argumente gegen B3-Ortsumfahrung

Was spricht gegen die B3 Ortsumfahrung Schallstadt?


Die hohen Kosten und die ungekl├Ąrte Finanzierung:

1. Die B3 geh├Ârt zu den autobahnparallelen Bundesstra├čen, die keine Fernverkehrsfunktion haben und abgestuft werden sollen.

Die B3 Umfahrungen Schallstadt und Norsingen (beide Teil der sogenannten Schlingenl├Âsung) wurden deshalb im Jahr 2003 aus dem Bundesverkehrswegeplan herausgenommen. Sie wurden bis zu diesem Zeitpunkt unter „weiteren Bedarf“ mit zu erwartenden Kosten von 40,8 Mio. € gef├╝hrt.
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Abstufung autobahnparalleler Bundesstra├čen/1 (JPG / 1,11 MB)
 
JPG / 1,06 MBGemeindetag 05.04.2003
Abstufung autobahnparalleler Bundesstra├čen/2 (JPG / 1,06 MB)

Seitens des Bundes gibt es f├╝r diese Bauma├čnahmen ├╝berhaupt keine Finanzierungsgrundlage mehr.

2. Laut Aussage des Bundesverkehrsministeriums m├╝sste das Land Baden-W├╝rttemberg die B3 Umfahrung Schallstadt finanzieren. Laut Innenministerium m├╝sste das Land daf├╝r 3,2 Mio. €, das sind mehr als zwei Drittel der gesch├Ątzten Kosten von 4,7 Mio €, tragen. Der Rest von 1,5 Mio € sind dem Land angeblich zugesagte Bundesgelder.
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Innenministerium zu Anfrage von B 90 Die Gr├╝nen (PDF / 49,47 KB)

3. Das Innenministerium rechtfertigt sein Festhalten an der Umfahrungsplanung und die Kosten├╝bernahme durch das Land mittlerweile damit, dass das Land durch den Bau der B3 Umfahrung Schallstadt Geld einsparen k├Ânne. Sonst m├╝sse die L125 fr├╝her oder sp├Ąter auf Landeskosten dreistreifig ausgebaut werden. Plenarprotokoll des Landtags (Seite 2430-2431) Dabei bleiben die Kosten f├╝r die dann ebenso notwendige Umfahrung von Norsingen vollkommen unber├╝cksichtigt. F├╝r sie m├╝sste die DB-Trasse zweimal gekreuzt werden. Kosten in zweistelliger Millionenh├Âhe werden erwartet (s.o.). Die Kosten-Nutzen-Analyse erlaubt diese Bauma├čnahme nicht.

 

Die stra├čenplanerisch fachlichen Aspekte:

1. Der Verkehr zwischen Freiburg und Bad Krozingen verteilt sich in einem Korridor von 4 km haupts├Ąchlich auf drei parallel verlaufenden Verkehrstrassen: die A5, die B3 und die L125.

Bad Krozingen bekommt eine Ost-Umfahrung, die direkt auf das Schneckental zielt. Aus fachlicher Sicht ist deshalb die Weiterf├╝hrung ├╝ber die bereits bestehende Schneckentaltrasse bis zur 4-spurigen B 3 n├Ârdlich von Schallstadt sinnvoll (direkt und ohne Ortsdurchfahrten). Dies wurde auch mehrfach aus dem Innenministerium so ge├Ąu├čert. Noch im Jahr 1997 vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens f├╝r die Umfahrung von Bad Krozingen weist das Innenministerium in einem Schreiben darauf hin. Die Umfahrung Bad Krozingen sei vom Netz betrachtet erst sinnvoll bei einer Verlegung der B3 auf die sogenannte Schneckentaltrasse, da ansonsten der Durchgangsverkehr einen Umweg von ca. 3 km im Vergleich zum heutigen Verlauf in Kauf nehmen m├╝sse. Eine entsprechende vorherige Realisierung (Ausbau der L125) der n├Ârdlichen Abschnitte wird als Voraussetzung gesehen f├╝r die Umfahrung von Bad Krozingen.
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├ťbersichtsskizze Schlingenl├Âsung (JPG / 121,03 KB)

2. Entgegen immer wieder ge├Ąu├čerter anderslautender Behauptungen wird auch eine „nur“ 6,50 m breit ausgebaute L 125 nach Fertigstellung der Umfahrung Bad Krozingen die B3-Ortsdurchfahrten deutlich entlasten. Sie ist – wie andere Beispiele im Land zeigen – in der Lage, weit ├╝ber 20 000 Kfz inklusive Lkw aufzunehmen. 
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Landstra├čenbreite 6,50 m, L1144 Aldingen (JPG / 112,26 KB)
 
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├ťbersicht Aldingen (JPG / 177,33 KB)
 
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Planskizze 1144 (JPG / 190,47 KB)
   Die L├Ąrmschutzma├čnahmen auf dieser au├čer├Ârtlichen Stra├če wurden zum Schutz der Gemeinde Pfaffenweiler optimiert und ├╝ber die Norm erf├╝llt.

3. Die Gemeinde Schallstadt w├╝rde zus├Ątzlich zur Ortsdurchfahrt, der Bahntrasse und der L125 mit einer weiteren Verkehrstrasse in unmittelbarer N├Ąhe zur Wohnbebauung belastet und dies in Sichtweite zur Ortsdurchfahrt. Die Folge w├Ąre eine deutliche Zunahme des Gesamtverkehrsaufkommens, darunter vor allem einem weit h├Âheren Lkw-Anteil als heute. Obwohl aktiver L├Ąrmschutz vorgesehen ist, k├Ânnten nicht ├╝berall die Grenzwerte eingehalten werden.

Dieser Mehrverkehr w├╝rde mangels eigener Umfahrung auf lange Sicht - wenn nicht f├╝r immer - mitten durch die Gemeinde Norsingen flie├čen.


Die jeder Stra├čenplanung zugrunde gelegten allgemeinen Vorgaben:

1. Bedarfsnachweis: Der zwischen 2001-2015 prognostizierte j├Ąhrliche Verkehrszuwachs auf der L125/B3 ist bis heute nicht eingetreten. Der dem Stra├čenneubau zugrunde gelegte Bedarf liegt im Falle der B3-Umfahrungen nicht vor.

2. Die Vorgaben

nach denen sich jede Stra├čenplanung auszurichten hat, lassen - vor allem da es Alternativen gibt - die B3 Umfahrungen Schallstadt und Norsingen nicht zu.


Die Tatsachen:

Das vorliegende Stra├čennetz ist ausreichend und muss nur sinnvoll genutzt werden. Trotzdem wollen die verantwortlichen Beh├Ârden zus├Ątzlich zum Ausbau der L125 ├Âstlich des Batzenbergs den Gemeinden Schallstadt und Norsingen westlich des
Batzenbergs zwei Umfahrungen aufzwingen. Mit der Bezeichnung „Konzept der gerechten bzw. gleichm├Ą├čigen Verkehrsverteilung“ soll diese fachlich unsinnige Verkehrsplanung „verkauft“ und konsensf├Ąhig gemacht werden.

Auf Schallstadter Gemarkung verlaufen jedoch schon die Autobahn (BAB 5), die B3, die Nord-S├╝d-Hauptverkehrsachse der Deutschen Bahn (Rheintalbahn) sowie die L125, und dies gro├čteils direkt oder in unmittelbarer N├Ąhe der Wohnbebauung, verbunden mit nicht unerheblichen L├Ąrmemissionen. Die DB plant auf der Gemarkung Schallstadt das 3. und 4. Gleis und nach wie vor die Ert├╝chtigung der Rheintalstrecke mittels Batzenbergtunnel.

Eine „gerechte Verteilung“ der Verkehrslasten kann nicht bedeuten, dass Schallstadt wie geplant eine weitere Hauptverkehrs-Trasse in unmittelbarer N├Ąhe zur Wohnbebauung aufgeb├╝rdet bekommt. Dies kann h├Âchstens ohne jede weitere Stra├čenbauma├čnahmen auf der Gemarkung Schallstadt und mit alternativen verkehrsplanerischen Ma├čnahmen, die jederzeit umgesetzt werden k├Ânnen, erreicht werden.

Die autobahnparallelen Verkehrswege m├╝ssen sicher, d├╝rfen aber nicht zu attraktiv sein. Der Verkehr muss flie├čen k├Ânnen, d.h. keineswegs, dass er schneller werden soll. Anstatt durch Ert├╝chtigung der B3 (dem Bau zus├Ątzlicher Umfahrungsstra├čen) mehr und mehr Verkehr - darunter besonders den stark belastenden Lkw-Verkehr - von der Autobahn anzulocken und bewusst an und in die D├Ârfer rund um den Batzenberg zu lenken, muss ein anderer Weg eingeschlagen werden.

Der erste Schritt in dieser Richtung ist mit dem moderaten, nur
zweispurigen Ausbau der L125 bereits erfolgt.


Es gibt ein sinnvolles Alternativkonzept:

Die Ortsdurchfahrten von Schallstadt und Norsingen k├Ânnen durch verkehrslenkende und verkehrsbeschr├Ąnkende Ma├čnahmen wie Tonnagebeschr├Ąnkung f├╝r den Lkw-Transitverkehr und generelle Temporeduzierung auch ohne zus├Ątzliche Umfahrung verkehrsberuhigt werden. Dies ist kosteng├╝nstig, umweltvertr├Ąglich und vor allem zeitnah m├Âglich. Nur dadurch kann der Gesamtverkehr rund um den Batzenberg minimiert werden. Ist der Lkw-Durchgangsverkehr erst einmal dauerhaft aus denn Ortsdurchfahrten verbannt, kann und sollte die Tonnagebeschr├Ąnkung auch auf das Schneckental (L125) ausgedehnt werden, um Ausweichverkehr zu vermeiden. Der Lkw-Transitverkehr geh├Ârt zum Schutz der gesamten Wohnbev├Âlkerung auf die parallel verlaufende Autobahn und muss auch dauerhaft dort verbleiben.

Das ist die zukunftsorientierte Alternative zum Stra├čenneubau, die sich zwischen Freiburg und Bad Krozingen geradezu aufdr├Ąngt, denn sie greift zur├╝ck auf das vorhandene Stra├čennetz und ber├╝cksichtigt auch neue Erkenntnisse in der Verkehrsplanung sowie entsprechende Erfordernisse der heutigen Zeit. 
PDF / 78,58 KBJoseph Michl
Brauchen wir noch neue Stra├čen? (PDF / 78,58 KB)