21.07.2005: Eine Straße, "die niemand will"

 Badische Zeitung vom 21.06.2005

Eine Straße, "die niemand will"

EHRENKIRCHEN (phi). Er ist relativ zuversichtlich, dass man da noch was machen kann, sagt Boris Palmer. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion weiß zwar, dass der Beschluss des Regierungspräsidiums (RP) über den Ausbau der L125 vor dem Friedhof nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Aber in Zeiten knapper Kassen eine Straße so auszubauen, wie sie niemand will, sei politisch so abstrus - das könne gar nicht sein, meint er. Und dass die Variante vor dem Friedhof niemand will, den Eindruck hat er am Dienstag bei einer Infoveranstaltung der Initiativen "BIG" und "L125 voraus" in Norsingen gewonnen, wo 120 Bürger aus allen betroffenen Gemeinden gewesen seien.

Um die Behörde quasi kurz vor knapp noch möglicherweise zur Umkehr bewegen zu können, müssten die Gemeinden allerdings an einem Strang ziehen. Etwa mit einer gemeinsamen Resolution. Darin könnten sie das fordern, was "L125 voraus" und "BIG" bereits fordern: ein Aufschub im derzeitigen Planfeststellungsverfahren und den Verzicht auf die Ortsumfahrung Schallstadt, um mit dem Geld die L125 besser auszubauen. Dass das formal gehen kann, erlebt Palmer gerade in seinem Wahlkreis Tübingen.

Das Argument, die L125 könne den Gesamtverkehr der Raumschaft nicht allein aufnehmen, hält Boris Palmer für falsch. Er erwartet auch in Zukunft höchstens 25000 Fahrzeugen. Sollte die L125 in Tieflage und überdeckelt ausgebaut werden, gäbe es an Pfaffenweiler vorbei zwar mehr Verkehr, die Bürger des Ortes würden davon jedoch weniger mitbekommen als heute.

Der Landtagsabgeordnete hat wie bereits berichtet Ende Juni zur L125/B3-Thematik eine Anfrage an den Stuttgarter Landtag gerichtet. Palmer rechnet in diesen Tagen mit einer Antwort.

(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Badischen Zeitung)

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