26.08.2005: Stellungnahme Schallstadter Gemeinderäte zur aktuellen Verkehrsplanung

Liebe Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde,

die Themen Planfeststellung L125 und Offenlegung der Planung für die B3 Ortsumfahrung bewegen zur Zeit unsere Gemeinde.

Der Gemeinderat steht mehrheitlich und fraktionsübergreifend nach wie vor fest zu der offiziellen Stellungnahme der Gemeinde Schallstadt vom 05. Juli 2005. Wohlbegründet wurden dort die Pläne für die sogenannte "Umfahrung" abgelehnt. Nach wie vor wird eine Verkehrsentlastung im Zuge der B 3 zwischen Schallstadt und Bad Krozingen, durch eine Variante der Schneckentaltrasse in optimierter Form - auch zum Vorteil von Pfaffenweiler - gefordert.

Mehr als 1500 volljährige Bürger allein aus Schallstadt haben mit ihrer Unterschrift diesen Standpunkt unterstützt. Die Gemeinderäte als gewählte Vertreter der Bürgerschaft werden in ihrer Mehrheit diesen deutlichen Auftrag nicht ignorieren.

Der inzwischen erfolgte Planfeststellungsbeschluss für die L 125 ändert nichts an der Unzumutbarkeit der Pläne des Regierungspräsidiums. Die sogenannte "Ortsumfahrung" ist keine Entlastung für Schallstadt, sondern nur eine Notlösung für eine unstete und inzwischen total verfahrene Planung. Das ursprüngliche klare Konzept einer weiten Umfahrung von St. Georgen, Bahn-Durchstich bei Schallstadt und geradliniger Schneckentaltrasse bis Bad Krozingen wurde, nachdem man bereits im nördlichen Schneckental angelangt war, auch aufgrund einzelner Privatklagen verworfen.

Auf engstem Raum und mittels einer verkrampften "Schlingenlösung" sollte die B3-Trasse wieder auf die Westseite des Batzenbergs verlegt werden. Als Folge davon plant das Regierungspräsidium nun eine Trasse in unzumutbarer Hochlage zwischen Schallstadt und dem Batzenberg, in unmittelbarer Nähe der Wohnbebauung. Eine echte Ortsumfahrung müsste im Rahmen eines sinnvollen Gesamtkonzepts weiträumiger sowie menschen- und umweltverträglich umgesetzt werden.

Die Gemeindevertretung von Schallstadt ist es ihren Bürgern und den nachfolgenden Generationen schuldig, den Ort vor einer zusätzlichen, belastenden Verkehrstrasse in unmittelbarer Nähe zur Bebauung zu bewahren. Sie ist unverantwortlich teuer, verbraucht wertvolle Rebflächen, zerstört ein Naherholungsgebiet für immer, führt nur zu einer Lastenverlagerung und beeinträchtigt das Gesamtbild des Ortes nachhaltig.

Der Gemeinderat steht nach wie vor zu seinem "Nein"; er will nicht in "vorauseilendem Gehorsam" die Planung des Regierungspräsidiums als unabänderlich hinnehmen und nur noch kosmetische Korrekturen anbringen. Damit würde man die jahrzehntelangen Bemühungen besorgter und betroffener Bürger gegen dieses unsinnige Verkehrskonzept ebenso zunichte machen wie die Hoffnungen der Nachbargemeinde Norsingen, denn die geplante "Ortsumfahrung" Schallstadts liefert ihnen den Hauptverkehr direkt vor die Tür.

Es liegt jetzt an Schallstadt und seinen Bürgern, die Stimmen zu erheben und ihre Interessen durchzusetzen.

W. Fotteler, E. Fritz, C. v. Fürstenberg, H. Gröbl, B. Hörner, R. Ingold, K. Kasper, N. Kipf, K. Müller-Sandner, U. Rauschkolb, W.Schumacher, H. Strohmeier, J. Waibl

(Veröffentlicht im Mitteilungsblatt Nr. 34 am 26.08. 2005)

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